Donnerstag, 6. August 2009

Irgendwie noch im Urlaub...

War ich wohl in der letzten Woche. Ein wenig unkonzentriert bei der Sache, anders kann ich mir meine zwei Fehler nicht erklären:

1. Am Samstag höre ich meinen Anrufbeantworter ab und frage mich, warum der Bruder aus der Gemeinde mich fragt, bis wohin wir am Mittwoch in der Bibelstunde gekommen sind? Warum fragt der Bruder ausgerechnet mich das? Warum sollte ich das wissen? Langsam dämmert es mir, und als ich mir die Planung der Bibelstunde vornehme, wird die Ahnung zur Gewissheit: Ich wäre letzten Mittwoch dran gewesen, die Einleitung zu machen. Peinlich! Passiert mir selten, dass ich Termine vergesse. Besonders peinlich ist dabei die Tatsache, dass ich während der Bibelstunde bei Marcel zum Playstation spielen war, der in der Gemeinde wohnt. Während sie sich unten fragten wo ich denn sei, habe ich oben Fifa 09 gezockt. Noch peinlicher: Während wir oben zockten, wollte Katrin mit Cocki (Frau von Marcel) spazieren gehen, und auf dem Weg begrüßten sie alle Besucher der Bibelstunde und quatschten noch einen Moment mit ihnen.

2. Sonntag hatten wir integriertes Abendmahl, also Abendmahl im normalen Gottesdienst. Aufgrund der Schweinegrippe hatten wir diesmal mehr Einzelkelche bereitgestellt. Ich sollte das Abendmahl leiten, und einer der Ältesten bat mich, auf die Einzelkelche hinzuweisen, aufgrund der Schweinegrippe. Ich machte also die Einleitung zur Mahlfeier, dankte für das Brot und während des Betens fällt mir ein, dass ich auf die Schweinegrippe und die Einzelkelche hinweisen sollte. Das mache ich direkt nach dem Gebet, gehe zum Abendmahlstisch nehme die Kelche und gebe sie in die Gemeinde weiter. Schade nur, dass eigentlich erstmal das Brot dran gewesen wäre. Ich bemerke es eigentlich gar nicht, erst als mich einige der Anwesend verstört und andere mit einem Grinsen angucken, fällt mir der Fehler auf. Nicht schlimm, aber peinlich!

Was lerne ich? Fehler sind menschlich, nicht weltbewegend, aber peinlich. Ich möchte sie nicht zu hoch bewerten, möchte sie aber auch nicht wiederholen. Und mit einem gewissen Abstand auch darüber lachen....

Mittwoch, 24. Juni 2009

In der Welt, aber nicht von ihr!

Was hören und verstehen wir, wenn wir über die Welt nachdenken und über sie reden.

Ich möchte meine Ergebnisse mal zusammenfassend präsentieren;

Welt ist zum einen die Schöpfung Gottes in der die Menschen leben und Teil davon sind. Gott hat diese Welt mit der Natur, den Tieren und den Menschen geschaffen, sowie er auch das "Drum herum", also da All, oder den Kosmos geschaffen hat.

Über Gottes Schöpfung hat er das "Gut" gesetzt. Den Menschen hat er in die Verbindung zur Welt gestellt und ihn den Verwaltungs- und Gestaltungsauftrag für seine Umwelt gegeben.

Wir stehen also in der Verbindung zur Natur und zu den Mitmenschen um uns herum.

Die Welt ist im NT aber auch der Wirkungsbereich Satans. Sie ist von der Sünde korrumpiert, von Gott abgewandt und dem Bösen zugewandt. Satan knechtet und verführt, er nimmt Einfluss und will das Gute und Göttlich in dieser Welt unterdrücken und verhindern.

Um die Welt so zu verstehen, schlägt Reimer in seinem Buch ein "tripolares" Verständnis der Welt vor, das helfen soll, die Welt differenziert zu betrachten. (Die Welt umarmen, S. 183)



Gott ist der Schöpfer und Erhalter dieser Welt, der die Welt nicht aufgegeben hat, oder völlig der Macht Satans übergeben hätte. Wie Luther richtig bemerkt hat, ist der Teufel des "Herrgotts Kettenhund", Gott begrenzt seine Macht und seinen Einfluss. Aber Satan ist trotzdem Realität in der Welt und er versucht den Menschen von der Beziehung zu Gott abzuhalten und zu verführen. Der Mensch ist von Gott geschaffen aber von der Sünde korrumpiert.


In der Geschichte der Kirche ist nun sehr unterschiedlich auf die Welt reagiert worden. Die extreme reichen von der Gleichschaltung der Kirche mit der Welt bis hin zur Weltenflucht, aus Angst vor dem Bösen. Diese Frage ist aber für den Gemeindebau vor Ort aktuell und wichtig zu realisieren, denn wie die Welt empfunden wird, so werden wir als Gemeinde uns in der Welt bewegen. Dabei gilt es nicht, die Welt besser zu reden als sie ist, aber ebenso gilt es, sie nicht völlig dem Satan zuzuschreiben und damit aufzugeben.

Als Christen sind wir eben nicht der Welt enthoben, sondern sind in die Welt gestellt und sogar gesandt. Der Auftrag der Gemeinde gilt der Welt und nicht der Selbstverwaltung (Joh 17,18). Wir sind nicht von dieser Welt, wir sind der sündigen Gesinnung und Motivation entrissen worden, wir stehen nicht mehr in der Knechtschaft Satans, aber wir sind in der Welt und haben einen Auftrag für sie.


Wenn ich die Welt als nur Böse wahrnehme, werde ich bewusst oder unbewusst jeden Kontakt zur Welt meiden, vor allem das hineinwirken in die Welt. Die Folge wird ein Rückzug sein, eine Komm-Mentalität, die die Böse Welt meidet und Menschen nur in die "heiligen Hallen" der Gemeinde einlädt.


Wenn ich die Welt als von der Sünde korrumpiert betrachte, sie aber als das Herzensanliegen Gottes sehe, in der Gott schon längst wirkt und Menschen vorbereitet und mich eins mache mit dem Anliegen Gottes dieser Welt das Heil zu bringen, dann bin ich bereit Teil der Kultur und der Umwelt zu werden um damit Teil der Mission Gottes zu sein. Dann suche ich das Wirken Gottes in der Welt und versuche mich dort einzuklinken und Gottes Reich zu bauen. Das bedeutet keine Weltflucht, kein Rückzug sondern die bewusste und zielgerichtete Hinwendung zur Welt.

Dienstag, 23. Juni 2009

Gemeindeversammlung und Arminia

Gestern Abend hatte der Verein meines Herzens seine Jährliche Hauptversammlung in der Bielefelder Stadthalle. Was sich dort abspielte kam mir seltsam bekannt vor.

Kurz zum Hintergrund: Nach dem Abstieg wurden die Stimmen der Fans immer lauter, die einen totalen Neuanfang forderten. Der Vorstand und der Geschäftsführer Finanzen waren Ziel der Kritik. Die sogenannten "Kritischen Arminen" formten sich, um Meinung zu machen und ihre Sicht der Dinge durchzusetzen. Hinzukommen die Sponsoren und die Wirtschaft, die Gelder für die Arminia in Aussicht stellt, aber nur wenn grundlegende Personelle Veränderungen vorgenommen werden. Auf Grund des entstandenen Drucks trat der gesamte Vorstand zurück und ein paar Tage später wurde der Geschäftsführer Finanzen beurlaubt. Der Verein präsentierte einen neuen Kandidaten für das Präsidentenamt, Herrn Klaus Daudel, der auch mal Vorstandsvorsitzender der AVA war, in der ich meine Ausbildung gemacht habe und 5 Jahre lang gearbeitet habe.

Die "Kritischen Arminen" präsentierten kurz vor der JHV einen Gegenkandidaten, Herrn Obermann.

Auf der JHV kommt es nun zum Eklat. Die Gegenparteien haben sich kurz vorher zusammengesetzt und einen Konsens herausgearbeitet und präsentieren diesen der versammelten Meute. Diese empfinden diesen aber nicht als Durchbruch, sondern als Faulen Kompromiss. Der vorgeschlagene Präsidentenkandidat Daudel ist inzwischen zum Feindbild geworden, doch scheinbar hat Obermann die Wirtschaft nicht auf seiner Seite. Die Stimmung ist aufgeheizt, Obermann wird wortbrüchig, will plötzlich doch kandidieren, die Fans ticken aus und um nicht völlig Handlungsunfähig zu sein, wird ein neuer Kompromiss gesucht: der alte Präsident, der auf Grund des Druck zurücktrat, wird gebeten für weitere zwei Jahre im Amt zu bleiben, das restliche Team ist eine Mischung aus Vereinskandidaten und Kritischen Arminen.

Nach der JHV fühlen sich alle Fans verschaukelt, keiner blickt durch, aber alle haben eine Meinung.

Ich bin seltsam an diverse Gemeindeversammlungen von diversen Gemeinden erinnert, in denen ich bisher Mitglied war. Es wird viel und emotional diskutiert, jeder hat eine Meinung, die er sagen und durchsetzen möchte, keiner hat den Durchblick, aber jeder will Recht haben. Was sind die Fehler aus meiner Sicht:

  1. Schlechte Weitergabe von Informationen. Je bruchstückhafter die Information, desto mehr Gerüchte und Vermutungen entstehen, die meist falsch interpretiert werden und plötzlich Grund für eine emotionale Stimmung sind.
  2. Kurzfristige Kompromisse, die dem Entscheider (wahlberechtigtes Mitglied) keine Zeit geben um zu reflektieren und zu durchdenken. Menschen brauchen Zeit, müssen Pro und Kontra abwägen um Entscheidungen mittragen zu können, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht "faul" erscheinen.
  3. Schlechte Moderation von Konflikten.
  4. Schlechtes Sozialverhalten der Anwesenden. Diskussionen werden nicht inhaltlich geführt, sondern persönlich.
  5. Keine zielgerichtete Leitung. Wenn es nicht gelingt, dass jeder der eine Entscheidung mittragen und mitentscheiden muss, seinen Blick von sich weg auf das übergeordnete Ziel gelenkt bekommt, dann will jeder nur das, was IHM für richtig erscheint, was IHM dient und nicht dem Ziel.
  6. Undurchsichtige Einflussnahme. Wenn im Hintergrund Druck aufgebaut ist, der nicht transparent für alle ist, dann kommt es zu Missverständnissen und falschen Annahmen. Alle Kriterien, die zu einer Entscheidung führen müssen transparent sein.


 

Das hat die Arminia gestern Abend scheinbar nicht hinbekommen, und viele Gemeinden bekommen es auch nur schwer auf die Kette.

Freitag, 19. Juni 2009

Reich Gottes

Worüber reden wir eigentlich, wenn wir "Reich Gottes" sagen? Was meinen wir, wie definieren wir "Reich Gottes"?
Diese Frage sehe ich als besonders zentral, denn wie ich Reich Gottes definiere, bestimmt mein Handeln in der Welt und in der Gemeinde. Sicherlich bin ich nicht so vermessen zu glauben, dass ich den "Reich Gottes"-Gedanken innerhalb eines Blog-Posting erschöpfend und ausreichend behandeln könnte, aber ich möchte ein Fazit meiner Gedanken darüber weitergeben.

Der NT- Gedanke des Reich Gottes ist eng verbunden mit der Königsherrschaft Gottes im AT. Gott ist der König Israels und regiert als dieser. Er setzt irdische Leiter ein (Mose, Josua), die in Verantwortung von Gott und seinem Willen das Volk leiten. Auch die irdischen Könige, die mit Saul beginnen, stehen in dieser Ordnung: Gott ist König und setzt die irdischen Könige ein, um nach Gottes Willen das Volk zu leiten. P. Stuhlmacher bemerkt richtig: "Der irdische (...) König gilt in Israel niemals (wie z.B. in Ägypten) als leiblicher Abkömmling, sonder immer nur als Beauftragter Jahwes." (Biblische Theologie des Neuen Testaments, S. 67)

Da die Könige aber immer wieder versagen, und das Volk Israel viele Schicksalsschläge und Niederlagen hinnehmen muss, wird aus der Königsherrschaft Gottes ein "Ausdruck israelitischer Zukunftshoffung" (Stuhlmacher). Diese steigert sich im Exil und der darauf folgenden Zeit, so dass Israel auf die ewige Zionsherrschaft Gottes hofft. Mit dem erwarteten Messias soll diese Königsherrschaft anbrechen, und das Reich Gottes wird verwirklicht, er wird real und persönlich von Zion aus Israel und die Nationen regieren.
Wie das Reich Gottes aussieht, welche Natur es hat wird in verschiedenen Texten beschreiben, besonders aber sicherlich in den Jesajatexten (Jesaja 61, 65).

Das Reich Gottes ist das Zentrum der Verkündigung Jesu, der Beginn seines Wirkens wird in Mt. 4, 17 oder Mk. 1, 15 mit den Worten eingeleitet: Tut Buße (kehrt um) denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen!
Jesus Predigt und Wirken zeigen auf das Reich Gottes, er verkündigt es und er lebt es, in dem er Menschen heilt, mit Sündern Gemeinschaft pflegt und Tischgemeinschaft mit Ausgestoßenen hat.

Das Reich Gottes ist in Christus angebrochen, aber es ist noch nicht vollendet. Die reale und persönliche Gottesherrschaft steht noch aus, wir erleben es schon in Bruchstücken, es wächst und breitet sich aus, bis Christus wiederkommen wird und es endgültig errichten wird.

Reimer weißt mit recht darauf in, dass das Reich Gottes sehr wohl ein politisches Reich ist. Wir können das Reich Gottes nicht auf ein rein geistliches Reich reduzieren, weil wir so den Menschen in seiner Gesamtheit aus dem Blick verlieren, und ihn nur auf seine Seele reduzieren, die es zu gewinnen gilt. Reich Gottes will sich dem Menschen in seiner Kultur und seinem Leben zuwenden und ihm da begegnen, wo er steht in seiner Not, die sowohl materieller als auch geistlicher Natur ist.
Jesus hat kein politischer Herrschaft errichtet, sehr wohl aber dem Volk in ihrer Not geholfen.

Wir werden das Reich Gottes, wie es uns in vielen Texten des AT´s und des NT´s beschrieben ist, auf dieser Welt nicht endgültig aufrichten können, aber es soll und muss das Vorbild sein, wohin wir die Welt prägen wollen. Denn so hat es Christus getan, und wir sind berufen es im gleich zu tun.

Als Christen sind wir berufen Reich Gottes zu bauen und nicht Gemeinde, weil Christus Reich Gottes gebaut hat, und nicht Gemeinde. Die Gemeinde ist ein (das) Werkzeug um Reich Gottes zu bauen, in der Gemeinde zeigt sich Reich Gottes, hier wird Reich Gottes sichtbar, aber Gott baut auch außerhalb der Gemeinde sein Reich, er wirkt schon da, wo wir es häufig noch gar nicht denken und hoffen. Gemeinde wird so nicht weniger wichtig, Gemeindebau ist auch weiterhin Ziel, aber wir müssen lernen die Gemeinde in einem größerem Rahmen zu sehen und zu verstehen.

Fazit:
1. Das Reich Gottes in den AT - Texten spiegelt immer ein Gesellschaft die sozial gerecht ist. Daher ist auch die Gemeinde berufen, nach sozialer Gerechtigkeit zu streben, und den Finger in die Wunden sozialer Ungerechtigkeit zu legen, nicht nur darüber zu reden, sondern Not lindern und Ungerechtigkeiten bekämpfen.
2. Reich Gottes wie es Jesus gelebt und gebaut hat, geschieht im Einklang mit diesen Texten, in dem Jesus nicht nur die Seelen der Menschem im Blick hat, sondern den Menschen in ihrer Gesamtheit Heil bringen wollte. Jesus lebte einen ganz neuen Weg, er war radikal anders. Dies macht die Bergpredigt deutlich sowie viele andere Begebenheiten seines Wirkens.
3. Reich Gottes bauen bedeutet, dass Menschen in ihrer Gesamtheit Heil werden. Die Not der Menschen wird gelindert und ihre Gottesbeziehung wird wiederhergestellt. Das Heil muss gelebt und verkündet werden, Einseitigkeit in beide Richtungen ist ungesund.
4. Gemeinde baut Reich Gottes und muss diese Einseitigkeit überwinden. Der Bau am Reich Gottes ist Auftrag und Sendung der Gemeinde und kann nicht an Missionsgesellschaften oder dem Staat delegiert werden.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Worüber reden wir eigentlich?

Der Kurs "Gesellschaftsrelevanter Gemeindebau" hat mir klar gemacht, dass es entscheidend wichtig ist, wie wir gewisse Begriffe theologisch definieren und somit auch leben. Daher möchte ich hier jetzt meine Erkenntnisse aus dem Kurs hier darstellen.

Ich fange mit dem Begriff "Gemeinde" an.

Gemeinde als Versammlung der Christen wird im NT mit ekklesia übersetzt. Dieser griechische Begriffe stellt sich wie folgt zusammen: ek (raus, heraus) - kaleo (rufen). Gemeinde ist als die Herausgerufenen, was allerdings kein Begriff aus der religiösen Welt der Griechen war, sondern ein politischer Begriff, der die poltische Versammlung einer griechischen Stadt bezeichnete, also die Versammlung aller Wahlberechtigten Bürger einer Stadt, die aus der Stadt in den Torbereich der Stadt gerufen wurde, um über Entscheidungen zu diskutieren und zu beraten.
Will man die Bedeutung eines Begriffes darstellen, darf man aber nicht nur die Wortbedeutung beachten, sondern muss auch den Gebrauch der Zeit im Blick haben, zu der dieser Begriff gebraucht wurde, und da fällt auf, dass dieser Begriff auf aller Arten für Versammlungen bezogen wurde, und somit mit "Versammlung" zu übersetzten ist.

Johannes Reimer stellt in seinem Buch "Die Welt umarmen" nun dar, dass die LXX (Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments) auch den Begriff "ekklesia" benutzt um den hebräischen Begriff "qahal" zu übersetzten, was die Versammlung des altestamentlichen Bundesvolkes meint. Diese wurde war eine "Kriegs-, Gerichts-, Lehr- und Kultversammlung", aber auch die Vollversammlung die bei epochalen Ereignissen zusammengerufen wurde.

Reimer schließt nun daraus (Buch S. 36ff), dass die Bedeutung beider Begriffe (qahal und ekklesia) nicht nur auf eine Kultgemeinschaft zu reduzieren ist, sondern dass die ekklesia eine "zur Verantwortung gerufene Gemeinschaft" ist, die sich um das Wohl einer Stadt kümmern soll.
Gemeinde (ekklesia) kümmert sich als nicht nur um sich selbst, sondern ist vor allem zur Verantwortung für eine (ihre) Stadt gerufen.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Gemeinden des NT immer über ihren Ort in dem sie sind definiert wird, und nicht z.B. über ihren Gründer. Gemeinde ist immer Ortsgebunden, sie lebt und dient in der Stadt, in der sie gestellt wurde. Das Ziel von Gemeinde ist der Ort in seiner Gesamtheit.

Reimer kommt zu dem Fazit: "Herausgerufen darf also nicht im Sinne eines Abschieds von der Welt verstanden werden. Hier geht es vielmehr um den Ruf zur Versammlung, die sich mit den Belangen der Mission Gottes beschäftigt. Und diese ist nun mal eine Mission in und für die Welt."

Gemeinde dient als nicht dem Selbstzweck, es geht nicht die Verwaltung und Versorgung von Heiligen, die der tatenlos der Wiederkunft Christi harren. Gemeinde steht in der Verantwortung für die Welt, in der sie lebt und steht.

Gemeinde ist nicht von der Welt, sie hat in Christus eine neue Gesinnung, eine neue Ausrichtung bekommen. Gemeinde ist vom Tode zum Leben durchgedrungen, aber sie ist nicht der Verantwortung für die Welt enthoben worden, sondern wie Christus gesandt wurde zum Heil für die Welt, so ist die Gemeinde gesandt, der Welt Heil zu bringen.

Johannes 17, 16-18:
"16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. 17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. 18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. "

Montag, 15. Juni 2009

Gesellschaftsrelevante Gemeindearbeit

Nach dem ich diesen Blog durch häufigere Einträge wieder zum Laufen bringen wollte, muss ich mir wohl eingestehen, dass dies nicht so wirklich gut geklappt hat. Doch jetzt bin ich gerade in Wiedenest und habe den ersten von drei Tagen auf dem Kurs "Gesellschaftsrelevante Gemeindearbeit" hinter mir, also ein super Zeitpunkt, um mal wieder einen Beitrag zu bringen.

Geleitet wird der Kurs von Johannes Reimer und ist Teil des Akademischen Aufbauprogramms.

Der Kurs basiert auf dem Buch von Johannes Reimer "Die Welt umarmen", in dem Johannes den Theologischen Unterbau für eine Gemeindearbeit legen möchte, die nicht den Blick nur nach Innen wirft, sondern sich als Teil der Welt versteht, um diese zu auf Gott hin zu prägen zu verändern.

Das Buch und der Kurs fordert mich heraus, weil es dabei nicht um eine weitere/andere Methode zum Gemeindebau geht, sondern es eine neue/andere Art ist, Gemeinde zu denken und leben.
Die Grundausrichtung, von der aus ich Gemeinde denke und lebe wird hier hinterfragt und auf den Kopf gestellt.

Ich merke, dass ich das Reich Gottes mit der Gemeinde gleichsetzte, und wenn ich darüber rede, dass ich am Reich Gottes arbeiten möchte, dann rede ich immer auch darüber, dass ich Gemeindearbeit mache. Doch Reich Gottes und Gemeinde sind nicht gleichzusetzen, sondern Gemeinde ist Werkzeug um Reich Gottes zu bauen.

Ich merke, wie sehr ich in der Komm - Struktur stecke, die Gemeinden im Bezug zu ihrer Umwelt leben. Wir machen Programme für die Welt um uns herum, anstatt sie mit der Welt zu machen, sie an unserem Leben und uns an ihrem Leben teilhaben zu lassen, also tatsächlich in der Welt zu sein. Welt ist noch immer gleichgestellt mit Böse und Schlecht, und deswegen glauben wir auch immer noch, wir müssten sie meiden.
Doch wie Christus in die Welt gesandt wurde um den Menschen Heil zu bringen, sind wir in die Welt gesandt um dieser Welt Heil zu bringen.

Alles sehr herausfordernde Gedanken, die mich hinterfragen. Bin gespannt was noch kommt und vor allem was daraus wird.

Freitag, 15. Mai 2009

Liebe Gottes

Ich bereite gerade die Predigt für den nächsten Sonntag vor und lesen ein coolen Satz von H. Krimmer:

"Ein Christ ist ein zur Liebe Erweckter, zur Liebe Befähigter und in Gottes Liebe Geborgener." Das große Bibellexikon

Dienstag, 12. Mai 2009

Viele neue Bücher...

Zur Zeit habe ich jede Menge neue Bücher auf den Tisch bekommen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht noch genug andere Dinge zu lesen hätte, aber durch meinem Geburtstag und durch meinen bevorstehen Start in das Masterstudium hat sich der Stapel mit den Büchern die ich noch lesen muss/will deutlich erhöht.

Hier mal meine neuen Bücher:

Die Welt umarmen - Johannes Reimer
Mit offenen Armen - Walt Kallestad
Geistesgegenwärtig führen - Daniel Zindel
Gott erkennen - James I. Packer
Heilige Ruhestörung - Bill Hybels
Beten - Philip Yancey

Zusätzlich muss ich noch ein Skript lesen über "Gemeinwesenarbeit". Zum Glück finde ich das Thema ziemlich Interessant.

Jetzt muss ich mal Prioritäten setzen und dann fleißig lesen, lesen, lesen...

Montag, 11. Mai 2009

Zukunft des Blogs

Katrin und ich mussten uns mal über die Zukunft dieses Blogs klarwerden. Eigentlich hatten wir gedacht, uns über den Blog Rundschreiben sparen zu können indem wir immer mal wieder im Blog schreiben, wie es uns so geht.

Aber ein Blog lebt von den Einträgen und die kamen in der letzten Zeit nun wirklich nicht gerade häufig.

Damit das wieder besser klappt, werden wir in Zukunft zu folgenden Themen bloggen:

Theologie: Was lesen wir gerade? Welche Gedanken sind gerade aktuell?
Gemeinde: Was bewegt uns im Gemeindealltag?
Musik: Was hören wir gerade? Welche Musik läuft bei uns aktuell?

Also schaut mal vorbei und beteiligt euch über die Kommentarfunktion.

Dienstag, 31. März 2009

ProChrist für Kids

Unsere ProChrist - Aktionen gingen mit der Veranstaltung für Kids los. Diese wahren nicht auf die Hauptveranstaltung letzten Samstag reduziert, sondern wurden schon durch zwei Abende vorbereitet, so wie es das ProChrist für Kids Programm vorgesehen hatte.

Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Warum?

1. Wir hatten viele Mitarbeiter, die sich toll eingebracht haben, mit viel Herz und Leidenschaft. So hatten die Kinder viel Spaß, weil die Mitarbeiter Spaß an den Veranstaltungen hatten.
2. Wir hatten viele Kinder da, viel mehr als erwartet. Bei der ersten Veranstaltung wahren es 35, bei den nächsten beiden über 50 Kinder. Wir vermuten, dass jeweils gut die Hälfte aus keinem Gemeindlichen Hintergrund wahren. Super!
3. Das Programm war gut und die Kinder hatten Spaß. Das zeigen auch die Bilder im folgenden Clip...


video